Goethe-Gesellschaft Rudolstadt

Goethe-Ges. Rud.

MMittwoch, 20. März 2019, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
25 Jahre Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Aufgaben und Herausforderungen für die Zukunft
Wer mit offenen Augen durch Thüringen reist, wird sich seiner landschaftlichen Schönheit und seines kulturellen Reichtums - von der eindrucksvollen Burgruine bis zum vollständig ausgestatteten Residenzschloss – nicht entziehen können. Erhaltung, Sanierung, Restaurierung und Nutzung der Kulturdenkmäler erfordern hohe Anstrengungen und erhebliche finanzielle Mittel. Diesen Aufgaben stellt sich vor allem die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, eine staatlich geförderte Einrichtung mit Sitz in Rudolstadt. An ihrer Spitze steht - in der Nachfolge von Dr. Helmut-Eberhard Paulus - als Präsidentin Dr. Doris Fischer. 1962 in Bittenfeld, Baden-Württemberg geboren, war sie nach dem Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Romanistik an der Universität Heidelberg in der Denkmalpflege tätig und erklomm die Leiter als Konservatorin bis zur Hauptkonservatorin. Zu den 31 Anlagen in ihrem Verantwortungsbereich gehören die Heidecksburg und die Schwarzburg mit dem Zeughaus. Als erste Erfolge nach ihrer Amtseinführung können die Neugestaltung der Reithalle und der Abschluss der Außenarbeiten am Schallhaus gelten – auf jeden Fall ein Zugewinn an Erlebnismöglichkeiten für die Bürger unserer Stadt und ihre Gäste.

Die Goethe-Gesellschaft im neuen Jahr

Eine erfolgreiche Bilanz konnte die Goethe-Gesellschaft am Ende des Jahres 2018 ziehen: 11 Veranstaltungen – darunter sechs Vorträge, zwei Lesungen, ein literarisches Werkstatt – Gespräch, zwei Exkursionen sowie ein geselliger Abend zum Jahresausklang - sorgten für gute Unterhaltung und kulturelle Bereicherung. Leider traten auch 2018 durch Wegzug, Krankheit und Todesfall Lücken in den Reihen der Mitglieder ein. So musste auch Gertrud Glandt aus gesundheitlichen Gründen als Schatzmeisterin verabschiedet werden. Sie hat sich in dieser Funktion über Jahrzehnte hochverdient gemacht. Als ihre Nachfolgerin wurde Karin Seifert in den Vorstand kooptiert. Trotz dieser Probleme hat sich die Goethe-Gesellschaft für das neue Jahr wieder anspruchsvolle Ziele gesetzt, wie das auf der Jahresversammlung beschlossene Programm ausweist. Schwerpunkte sind Leben und Schaffen Goethes sowie seine Wirkung auf die Vergangenheit und Gegenwart, aber auch seine geistige Umwelt. Zwei Vortragsabende gelten seiner Rolle für das Theater. Dr. Bertold Heizmann (Essen) spricht über die Weimarer Sängerin und Schauspielerin Caroline Jagemann (23. Oktober 2019), Heidemarie Förster-Stahl (Großkochberg) wirft Streiflichter auf Rudolstadts Theatergeschichte. (20. November 2019). Unter den hervorragenden Wissenschaftlern, die als Dozenten gewonnen werden konnten, erfährt sicher Prof. Dr. Jochen Golz, Präsident der Goethe-Gesellschaft in Weimar, besondere Aufmerksamkeit. Er erkundet die Rolle Goethes und seine Aneignung im 21. Jahrhundert. Leitgedanke sind dabei die Verse „Was du ererbt von / Deinen Vätern…, erwirb es, um es zu besitzen.“ (17. April 2019) Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, wird in ihrer Analyse „25 Jahre Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten“ Aufgaben und Herausforderungen für die Zukunft darlegen. (29. März 2019) Mit dem Thema „Briefe an Goethe und ihre Beilagen“ befasst sich Dr. Ulrike Bischof vom Goethe-Schiller-Archiv Weimar (20. Februar 2019) „Jena 1800: Die Republik der freien Geister“ – aus dieser Sicht widmet sich Dr.des. Peter Neumann, FSU Jena, dem Thema „Schlegel, Schelling & Co: Die Geschichte eines philosophischen Aufbruchs“.(15. Mai 2019) Einen sicher amüsanten Ausflug in die erotische Literatur des 18. Jahrhunderts verspricht Prof. Dr.Uwe Hentschel, Berlin/ Chemnitz, mit seinem Vortrag „Die Utopie der vernünftigen Lust“. (18. September 2019) Auch eine Exkursion wird es in diesem Jahr geben. Sie führt auf Goethes und Schillers Spuren nach Meiningen, Bauerbach und Umgebung.( 02. bis 05. Juni 2019) Goethes 270. Geburtstag soll am 28. August 2019 gemeinsam mit der Klassik Stiftung Weimar gefeiert werden. Ein geselliger Jahresausklang wird in bewährter Weise die Aktivitäten der Rudolstädter Ortsvereinigung 2019 beschließen. Interessierte Gäste sind zu allen Vortragsveranstaltungen herzlich eingeladen.

Mittwoch, 20. Februar 2019,16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Ulrike Bischof, Goethe-Schiller-Archiv Weimar
„Euer Excellenz übersende ich anliegend..."
Briefe an Goethe und ihre Beilagen

Wer in unseren Tagen einem anderen Menschen etwas mitteilen will, nutzt dazu oft solche digitalen Kommunikationsmittel wie E-Mail, Facebook, Whatsapp oder Instagram. Anders in vordigitalen Zeiten: Da griff man zu Feder und Tinte, um seine Gedanken in Briefen niederzuschreiben. Goethe empfing beinahe täglich Briefe, von denen rund 20000 von über 3500 Absendern überliefert sind. Diese Sendungen widerspiegeln die verschiedenen Interessengebiete des Dichters. Zusammen mit „allerlei Mitgeschicktem“ - Beilagen wie Büchern, Kunstgegenständen, Münzen und Kuriositäten - geben sie einen Einblick in Goethes Korrespondenz, seine Arbeitsweise und seine Sammlungen. Ulrike Bischof besitzt für dieses Thema eine besondere Kompetenz. Sie ist Historikerin und Archivarin und seit 1987 an der Edition der „Briefe an Goethe“ tätig. Als Geschäftsführerin der Freundesgesellschaft des Archivs ist sie u. a. Mitverantwortliche für dessen Öffentlichkeitsarbeit. Mit großem Erfolg betreute sie die Ausstellung „Allerlei Mitgeschicktes. Briefe an Goethe und ihre Beilagen“, die 2018 im Goethe-und-Schiller-Archiv zu sehen war.

Mit Elan ins neue Jahr!

Mittwoch, 16. Januar 2019,16.00 Uhr,
Stadtbibliothek
Jahresversammlungder Goethe-Gesellschaft Rudolstadt e.V.
Anschließend: Dr. Christoph Michels
"Mit Goethe in Krakau und Schlesien"
Video-Erinnerungen an die Exkursion der Goethe-Gesellschaft 2010

Montag, 3. Dezember 2018, 16.00 Uhr, im Alten Rathaus

Geselliger Jahresausklang

„Aufrichtig zu sein,
kann ich versprechen,
unparteiisch zu sein,
aber nicht.

Mittwoch, 17. Oktober 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Claudia Taszus, Jena
„Wem wohl das schönste Glück des Lebens beut? Wer freudig tut, sich des Getanen freut!“

Dieser kostbare Spruch von Goethe, den ich oft Autographen-Sammlern als Antwort gegeben habe, und der viel mehr ethischen Wert hat als viele Bibelsprüche, blieb zeitlebens mein Leibstern; er wurde mir schon in frühester Jugend tief eingeprägt:“ (Ernst Haeckel, Autobiographie „Lebenswege“, um 1910,) Johann Wolfgang von Goethe wirkte sich auf Haeckels persönliches Leben genauso maßgeblich wie auf Haeckels wissenschaftliche Arbeit aus. Der Jenaer Zoologe, der die Abstammungslehre Darwins konsequent vervollkommnete und sie der nationalen wie internationalen Gelehrtenwelt und breiten Öffentlichkeit in flammenden Bekenntnissen und forschungsmäßigen Demonstrationen nahebrachte, verdankte Goethe einen Großteil seines wissenschaftlichen Erfolges. Dessen Naturphilosophie schaffte eine der Grundlagen für Haeckel, die Evolutionstheorie zu begreifen. In Goethe erkannte Haeckel einen ihrer Begründer. Im Fokus des Vortrages stehen Haeckels Lebensweg unter dem Geleit Goethes und die Spuren, die die führende Stellung, welche Goethe in Haeckels Biographie vor allen Vorbildern einnahm, hinterlassen hat. Die Referentin arbeitete - nach ihrem Studium der Anglistik und Germanistik in Jena und dem Abschluss als Diplomlehrer - an mehreren bedeutenden wissenschaftlichen Projekten mit, darunter der Herder-Briefausgabe und dem Schiller-Wörterbuch sowie über den Verleger Lorenz Oken und der von ihm herausgegebenen naturwissenschaftlichen Zeitschrift Isis. Seit 2012/13 steht im Fokus ihres Wirkens die Mitarbeit an der Herausgabe von Haeckels Briefen.

Newsletter der Goethe-Gesellschaft Weimar

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Mittwoch, 19. September 2018, 15.00 Uhr, Staatsarchiv Heidecksburg

Frank Esche, Rudolstadt „950 Jahre verwahrte Geschichte“ Amüsante, erotische, kuriose und gruselige Ereignisse aus Thüringen „Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen. “ 

Sonnabend, 1. September 2018

Fürstliche Erlebniswelten Schloss Schwarzburg

Anlässlich des 269. Geburtstags von J. W. Goethe weilten seine Jünger der Rudolstädter Gesellschaft auf Schloss Schwarzburg. Eine interessante Führung durch das instandgesetzte Zeughaus, erreichbar über das wiedererrichtete Torhaus, bot umfassende Einblicke in die Waffengeschichte bis ins 16. Jahrhundert. Nun kennen wir auch die Wafffen aus der Goethezeit ;-) Im Anschluss trafen sich die Mitglieder zu einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.

Auf Exkursion in die Kulturlandschaften Wörlitz – Wittenberg – Dessau

In diesem Jahr unternahmen die Mitglieder der Goethe-Gesellschaft Rudolstadt, verstärkt durch einige Gäste, eine Drei-Tage-Exkursion in das Gartenreich Dessau – Wörlitz, eine in Mitteleuropa einzigartige Kulturlandschaft. Übernachtungsort war Wörlitz mit seiner Schlossanlage am gleichnamigen See. Angeregt durch Reisen nach England – das besagt die Geschichte – begann Fürst Franz von Anhalt-Dessau (1740 bis 1817) gemeinsam mit dem Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf mit der Gestaltung des ersten Landschaftsparks auf dem europäischen Festland. Mit seiner „Landverschönerung“ wollte der Fürst auf kleinstem Raum seinen Musterstaat der Aufklärung schaffen. Führungen durch das Schloss und den Park sowie eine Bootsfahrt durch die Kanäle vermittelten eindrucksvoll die authentische, für ihre Zeit wegweisende Ausstattung des vom barocken zum ersten klassizistischen Schloss umgebauten Hauses. Gleichzeitig erweiterten sie den Blick auf die Schönheiten der Umgebung mit ihren Baumgruppen, Wiesen, Wasserflächen, Sichtschneisen und einzelnen architektonischen Denkmalen. Auch Goethe war von dieser Landschaft sehr beeindruckt. In einem Brief an Charlotte von Stein schrieb er 1778: „ Hier ist`s jetzt unendlich schön. Mich hat`s gestern Abend sehr gerührt, wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben, einen Traum um sich herum zu schaffen.“ Das nahe Wittenberg erwies sich ein Jahr nach dem Luther-Jubiläum als hervorragend geeignet zur Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit des Reformators, seinem Kampfgeist und seiner Sprachgewalt, ohne seine Schattenseiten – etwa seinen Antisemitismus – auszulassen. Besonderes Interesse fanden die berühmten „95 Thesen zum Ablassmissbrauch“ und die Rolle seiner Frau Katharina von Bora, deren Denkmal im Hofe des ehemaligen Schwarzen Klosters und heutigen Lutherhauses die Erinnerung an Leben und Wirken Luthers an dieser Stätte von 1511 bis zu seinem Tode wach hält. Natürlich klang auch die spannungsvolle Beziehung Goethes zu Religion und Kirche an, wie sie in vielen seiner Werke erkennbar ist. Den Sprung von der Vergangenheit zur Gegenwart unternahm die Reisegruppe am dritten Tag mit einem Besuch Dessaus. Diese Stadt bereitet sich neben Weimar und Berlin besonders auf ein Ereignis vor, welches das kommende Jahr wesentlich prägen wird – das 100jährige Bestehen des Bauhauses. Ursprünglich 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet, sollte es eine neuartige Hochschule in der Verbindung von Handwerk, Kunst und Technik werden. Die Arbeit des Bauhauses wurde jedoch in Weimar zunehmend erschwert und letztlich unmöglich gemacht. Daher siedelte das Bauhaus 1925 nach Dessau um, damit solche Künstler wie Walter Gropius, Oskar Schlemmer, Paul Klee und Lyonel Feininger ihre Ideen von der Umgestaltung der gesamten Lebenswelt des Menschen umsetzen konnten. Zeugnisse dieses Wirkens sind in Dessau zahlreich, so das nach schweren Kriegszerstörungen wiedererstandene Hochschulgebäude mit Bühne, anschließender Mensa, Ateliergebäude und Internatstrakt sowie die Gruppe der fünf Meisterhäuser, in denen die bedeutendsten Künstler gewohnt hatten. Wesentliche Seiten der neuen Bauweise wie Schlichtheit, Klarheit und Funktionalität waren erkennbar; von der ursprünglichen Einrichtung ist leider kaum noch etwas erhalten. Als noch überaus aktuell kann die Forderung des Architekten Carl Fieger aus dem Jahre 1924 gelten: „Es gilt heute das Haus zu erfinden, mit allen modernen, technischen Errungenschaften, das so billig sei muss, dass es für den Großteil der Wohnbedürftigen erschwinglich ist“. Den Abschluss der drei erlebnisreichen Tage bildete die Einkehr im „Kornhaus“, einer weitgehend im Originalzustand erhaltenen Ausfluggaststätte mit einem herrlichen Ausblick auf die Elbniederung. W.W. Fotos: Otto/Werner

Mittwoch, 16. Mai 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Heike Spies, Goethe-Museum Düsseldorf
Bibel, Sprache, Wahrhaftigkeit.
Goethe und Luther
Ohne Zweifel gehören Martin Luther und Johann Wolfgang Goethe zu den großen Persönlichkeiten der Weltkultur. Charakter und Lebenswerk Martin Luthers, insbesondere seine Bibelübersetzung, haben den Protestanten und Dichter Goethe lebenslang begleitet. Der bibelfeste Jurastudent schätzte die Klarheit des lutherischen Ausdrucks, gerade in der Jugend die deftig-derbe Sprache des Theologen. Er achtete die kämpferische Haltung des Reformators und verwendete als Dichter eine wesentlich von Luther bereitgestellte Sprache und Rhetorik. Davon zeugen viele Formulierungen und inhaltliche Anklänge in seinem literarischen Schaffen vom Jugenddrama „Götz von Berlichingen“ bis zum von ihm als sein „Hauptwerk“ bezeichneten „Faust“ II. Der Vortrag widmet sich der vielfältigen Bedeutung Luthers für Goethes Denken und die theologisch-literarische Auseinandersetzung im eigenen Werk. Die Referentin, Dr. Heike Spies, geboren in Düsseldorf, promovierte nach dem Studium in den Fächern Germanistik und Geographie über das Briefwerk Annette von Droste-Hülshoffs. Seit 1991 am Goethe-Museum Düsseldorf tätig, übernahm sie dort 1996 das Amt als Kustodin und stellvertretende Leiterin. Durch zahlreiche Vorträge auf nationaler und internationaler Ebene sowie Veröffentlichung von Aufsätzen und Publikationen machte sie auf sich aufmerksam. Heike Spies ist Gründungs – und Vorstandsmitglied der 2009 in Düsseldorf gegründeten Thomas-Mann-Gesellschaft.

Donnerstag, 21. Juni 2018, 19.00 - 21:00 Uhr, Schiller-Haus

J. W. Goethe: Novelle - eine „Löwen und Tiger-Geschichte“
Lesung: Timo Gutekunst, Violoncello: Cornelie Mier
„Zum Tun gehört Talent, zum Wohltun Vermögen.“ 

Mittwoch, 21. November 2018, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Daniela Danz,
Rudolstadt „Von Bienen und Helden“
Werkstattgespräch mit der Autorin, Wissenschaftlerin, Museumsleiterin

Mittwoch, 17. Januar 2018, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Jahreshauptversammlung
Anschließend: Rückblick auf Exkursionen der Goethe-Gesellschaft, vorgestellt von Herrn Dr. Michels

Foto: Dr. Christoph Michels
Mittwoch, 11. April 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Annette Seemann, Weimar
Christiane Vulpius, verheiratete Goethe - Dichtung und Wahrheit
Im Sommer 1788 begegnete der bereits damals weltweit berühmte Dichter und Minister Goethe der 17 Jahre jüngeren Christiane Vulpius, die in einer Werkstatt für die Herstellung von Papierblumen spärlichen Lohn empfing. Diese Begegnung führte zu einer bis zu ihrem Lebensende währenden und sich ständig vertiefenden Beziehung. Wie tief ihn ihr Tod erschütterte, zeigt seine letzte Liebeserklärung, geschrieben für ihren Grabstein: „Du versuchst, o Sonne , vergebens, Durch die düstren Wolken zu scheinen! Der ganze Gewinn meines Lebens Ist, ihren Verlust zu beweinen.“ Die gebildeten, vor allem aber eingebildeten Damen am Weimarer Hof empfanden diese „Liaison“ allerdings als unstandesgemäß, als Mesalliance, und beschimpften die junge Frau als „Goethes Bettschatz“ oder gar als Hure. Über die wahre Natur Christianes halten sich bis heute Gerüchte, falsche Behauptungen und „bewusste Verrätselungen“ (A.S.). In Wort und Bild wird Dr. Annette Seeman die Auseinandersetzung mit diesen Problemen führen und die Beziehung von Christiane von Goethe, geb. Vulpius, zu Johann Wolfgang von Goethe aufklären. Die Weimarer Literaturwissenschaftlerin ist vor allem durch ihre Übersetzertätigkeit, die zahlreichen Beiträge zur Kulturgeschichte Weimars und ihr Wirken als Vorsitzende des Freundeskreises „Gesellschaft Anna –Amalia-Bibliothek“ bekannt geworden.

Mittwoch, 21. Februar 2018, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Matthias Biskupek, Rudolstadt
Der Rentnerlehrling
Eine Lesung und eine E-Mail an Goethe

Im Jahr 2004 wurde die deutsche Sprach-Welt von der Rechtschreibreform bewegt. Deshalb schrieb Matthias Biskupek damals ganz zeitgemäß eine Mail an Johann Wolfgang Goethe: „Eure Ausgabe Letzter Hand haben wir bis dato stets von einem allerletzten Händchen redigieren lassen, damit den Normen der gültigen deutschen Rechtschreibung entsprochen wurde, denn ein Tor, aber kein Donnergott Thor ist, wer heute Thür und Thor schreibt.“ Bei der ganz neuen deutschen Reform aber tun sich Probleme auf, von denen Goethe nichts ahnen konnte. Darüber und überhaupt über das Leben – nicht selten das eigene – hat Matthias Biskupek seine „66 Lebensgeschichten“ verfasst, von denen er einige aus seinem Buch „Der Rentnerlehrling“ für die Goethegesellschaft zum Besten gibt. "

Mittwoch, 21. März 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Peter Meuer, Hannover
Enttäuschte Liebe und rettende Poesie
Die „Marienbader Elegie“ in der Autographen-Sammlung „Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
Dem Zusammentreffen des lebenserfahren-gealterten Johann Wolfgang von Goethe mit der weltoffen-jungen Ulrike von Levetzow im Kurbetrieb von Marienbad verdankt die deutsche Literatur ein so ergreifend schönes wie rätselhaftes Gedicht mit dem schlichen Titel „Elegie“.
Drei handschriftliche Fassungen sind im vergangenen Jahr von Peter Meuer vorgestellt worden. Sie dokumentieren anschaulich das Entstehen eines großen Gefühls und einer großen Dichtung, in der offenbarte Fassungslosigkeit in große poetische Form gefasst wird. Der
Autor zeichnet nach, wie tiefe menschliche Verunsicherung – in einer Art Selbsttherapie – mit Poesie, einem Heilungsprozess vergleichbar, zu neuer Lebens- und Schaffenskraft verhilft.
Peter Meuer war Buchhändler und arbeitete über 30 Jahre als Lehrer an einem hannoverschen Gymnasium. Von 1995 bis 2016 leitete er die Ortsvereinigung der Goethe-Gesellschaft Hannover.

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