Goethe-Gesellschaft Rudolstadt

Goethe-Ges. Rud.

August

Mittwoch, 20. November 2019,16.00 Uhr, Stadtbibliothek
Heidemarie Förster-Stahl, Großkochberg
„Die Facade des ganzen Theaters bleibet illuminirt biß zu Ende des Schau-Spiels.“
Streiflichter auf Rudolstadts Theatergeschichte
„Feudale Residenzen, und waren sie auch noch so klein, trachteten stets danach, Höhepunkten im Jahres-Festkalender und familiären Ereignissen durch musikalische und szenische Darbietungen Glanz zu verleihen. Auch die Schwarzburger besaßen schon Mitte des 17. Jahrhunderts eine Hofkapelle und von 1665 bis 1676 sind `Rudolstädter Festspiele’ im alten Renaissanceschloss hoch über der Stadt belegt. Darin gab es ein Theater, das sich auch für Opernaufführungen eignete. Nach dem großen Schlossbrand 1735 musste man sich jedoch über ein halbes Jahrhundert mit Interimslösungen behelfen, bis 1793 ein ‚Komödienhaus’ auf dem Anger eingeweiht wurde. Es galt als Hauptattraktion des jährlichen ‚Vogelschießens’ und sorgte ab 1794 für die berühmteste Epoche der lokalen Theatergeschichte. Denn bis 1803 gastierte das Weimarer Hoftheater, dessen Direktor Goethe war, mit Ausnahme einer kriegsbedingten Unterbrechung jeden Sommer in Rudolstadt. Natürlich wurden dem Publikum zuliebe viele Komödien gespielt, aber auch die großen Schiller- Dramen - der Dichter war in der Stadt seit 1787 kein Unbekannter. Nach zehn Jahren endete der Höhenflug mit dem Ausbleiben der Weimarer Schauspielergesellschaft, aber keineswegs die Theaterbegeisterung der Rudolstädter.“ (H.F-S) Diese hielt über alle Höhen und Tiefen – Finanzierung des Theaters als Dauerproblem, zwei Kriege, zeitweilige Schließung, politischer Druck, Fusionen, Umbauten – hinweg an. Das zeigt auch das große Interesse, mit dem die Bürger gegenwärtig das Baugeschehen am einst spöttisch wie liebevoll „Kunstscheune“ genannten Theaterhaus begleiten. Die Referentin ist mit dieser Geschichte besonders verbunden. Sie hat Theater- und Musikwissenschaft studiert, war ab 1976 Direktorin des Künstlerhauses Großkochberg sowie des dortigen Liebhabertheaters. Darüber hinaus schrieb sie u.a. Opernlibretti und eine neue Textfassung von Philipp Heinrich Erlebachs Werk „Die Plejaden“. Von 1993 bis 1995 war sie als Mitarbeiterin im Europäischen Kulturbüro Rudolstadt und von 1995 bis 2000 als Dramaturgin für Konzert und Schauspiel am Theater Rudolstadt tätig. W.W.

Mittwoch, 23. Oktober 2019. 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Bernhard Heizmann, Essen
„Nie gehörte Töne“
Caroline Jagemann und der Theaterdirektor Goethe


Referent war Dr. Bertold Heizmann, Essen. 1944 in Freiburg i. Br. geboren, studierte er Germanistik, Philosophie und Sozialwissenschaften. Nach Promotion und wissenschaftlicher Tätigkeit an der Ruhr-Universität Bochum (1971 – 1980) trat er 2008 in den Schuldienst des Landes Nordrhein-Westfalen ein. Im Ergebnis seiner Forschungen erschienen zahlreiche Veröffentlichungen. Seit 2012 ist er Vorsitzender der Goethe-Gesellschaft Essen. Die Weimarer Schauspielerin und Sängerin Caroline Jagemann, später von Herzog Carl August zur Frau von Heygendorff geadelt, hat in der Goethe-Literatur keinen guten Ruf. Sie gilt als die intrigante Gegenspielerin, die - mit dem Herzog im Rücken - Goethe dessen Amt als Theaterdirektor verleidete. Neuere, in Privatarchiven gefundene Dokumente erlauben jedoch eine Neubewertung der Rolle, die diese bemerkenswerte Frau in Weimar spielte. insbesondere für den Aufschwung des Theaters im weiteren 19. Jahrhundert. Der Referent versucht eine Rehabilitierung. „Nie gehörte Töne“: Diese Äußerung eines begeisterten Kritikers bezieht sich nicht nur auf den grandiosen Vortrag der hochbegabten Sängerin, sondern auch auf ihr Verhalten in der spannungsvollen Beziehung zum Landesherrn einerseits, der sie zu seiner Nebenfrau machte, und zum Theaterdirektor Goethe andererseits, der von ihrer Schönheit und schauspielerischen Fähigkeiten nicht unbeeindruckt blieb. Aber auch andere Schauspielerinnen fanden seine Aufmerksamkeit, und er fühlte sich „zu mancher leidenschaftlich hingezogen“, wie er 1825 Eckermann gestand. W. Werner, Foto: M. Werner

Exkursion nach Weimar im August



10:00: Abfahrt Busbahnhof Rudolstadt (Besser-Reisen) ... zum Goethe-Museum
ca. 11:30 im Garten des Goethe-Museums:
12:00: Wir feiern Goethes 270. Geburtstag
anschl. Möglichkeit zum Besuch des Goethe-Museums und des Wohnhauses und Freizeit

14.30: Treffpunkt „Neues Bauhaus“ (nördlich der Weimarhalle)

14.45: Führung durch das Bauhaus
anschl. ind. Besichtigung

Weitere individuelle Empfehlungen:
Neues Museum: Van de Velde, Nietzsche und die Moderne um 1900“
Schiller - Museum: Goethe und die Naturwissenschaften (neue Ausstellung seit 27. August)

13:00 - 17:00 | Theaterplatz, Meyer-Pavillon WEIMARER SOMMER/KUNSTFEST öffentliche Proben, Dauerschnellproduktionstheater

16:00 | Goethe- und Schiller-Archiv, Jenaer Straße 1,
„Weil ich so individuell bin?“ - Adele Schopenhauer, Führung mit den Kuratoren der Ausstellung

10:00 - 17:00 | Ilmpark, Stern: WEIMARER SOMMER/KUNSTFEST WEIMAR
Kris Verdonck/Installation: Hitze Kälte Apparate / „Detail“
16:00: Vernissage + Künstlergespräch

Fester Termin für alle: gemeinsames Abendessen

18:30 „Sächsischer Hof“, Reservierung im Biergarten (am Herderplatz: Rittergasse/Eisfeld)

Rückfahrt gegen 20:30 mit Besser-Reisen

Fotos: Otto

Juni

So ein Theater - Die Goethe-Gesellschaft auf Exkursion
"Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!“ Mit diesen, von Versen Goethes abgeleiteten Worten lässt sich der Charakter unserer Exkursion gut umschreiben. Sie führte nicht in die Ferne, sondern durch die prächtige Landschaft Südthüringens mit ihren sanften Hügeln, saftigen Wiesen, wehrhaften Burgen und Kirchen zwischen Heldburg und Inselsberg, den kräftigen Rücken des Dolmars wiederholt in Sichtweite , bis nach Meiningen, dem Unterkunftsort und Ausgangspunkt zu unseren Ausflügen. Kurz vor demZiel überraschte uns in Kühndorf eine urige Burg. Ihr Vorgängerbau geht auf den Ritterorden der Johanniter zurück, die für ihre karitative und missionarische Tätigkeit bekannt wurden. Nach einer wechselvollen Geschichte und drohendem Verfall rettete die jenseits der Grenze zu Bayern wohnende Familie von Eichborn in mühevoller , noch anhaltender Restaurierungsarbeit die Burg. Obwohl diese von der Familie von Truchsess weiter privat genutzt wird, sind (angemeldete) Gäste willkommen. In der Nachbargemeinde Rohr erinnerten die wuchtige Dorfkirche mit Krypta und die Reste des einstigen Benediktinerklosters an eine bedeutende Vergangenheit, zu der ihre Lage an einer mittelalterlichen Handelsstraße und die Einrichtung eines sog. Reichshofes, der wiederholt als Aufenthaltsort der Könige diente, gehörten. Ebenfalls nur wenige Kilometer von Meiningen entfernt, empfing uns die Veste Heldburg, eine auf das 16. Jahrhundert zurückgehende Festungsanlage, die von Herzog Georg II. gegen Ende des 19. Jahrhunderts nach der Vorstellung eines romantischen Märchenschlosses zu seinem Rückzugsort und bevorzugten Wohnort um- und ausgebaut wurde. Nach einem verheerenden Brand im Jahre 1982 blieb die ausgebrannte Ruine – nahe der innerdeutschen Grenze gelegen – lange unbeachtet, bzw. Besuchern nicht zugänglich. Erst die Wende brachte die Möglichkeit, die Schäden zu beheben, die „Fränkische Leuchte“ wieder zum Strahlen zu bringen. In der Obhut der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten wird die Veste Heldburg zum Deutschen Burgenmuseum entwickelt. Nun aber zum Herzstück unserer Reise! Meiningen nahm uns wegen der Gepflegtheit seiner Bauwerke und Parkanlagen sowie der Vielzahl historischer Denkmale – vor allem in der Altstadt, Schloss Elisabethenburg und den Museen - gleich für sich ein. Höhepunkt wurde natürlich die Besichtigung des weltberühmten Meininger Theaters , ge- führt durch die Operndirektorin persönlich. Beim Gang durch den Theaterbau und die zu unterschiedlichen Zeiten geschaffenen Nebeneinrichtungen von der Waffen- und Kostümsammlung bis zur Künstlergarderobe entstand ein lebendiges Bild von dem Kosmos „Meininger Theater“. Sein geistiger Vater und treibender Geist war der kunstsinnige, als „Theaterherzog“ bekannt gewordene Georg II. Er revolutionierte das Theater im Sinne des modernen Regietheaters zu einem dem Text des Autors verpflichteten Gesamtkunstwerk- in dem sich alle künstlerischen Mittel – Spiel, Bühnenbild, Kulissen, Dekorationen, Licht – verbanden. Mit den musterhaften Produktionen reiste das Ensemble mit Sonderzügen in zahlreiche Metropolen Europas, trug den Namen der kleinen Residenzstadt in die Welt und zog andererseits viele Künstler und interessierte Gäste nach Meiningen. Natürlich bietet die Stadt noch viele andere Sehenswürdigkeiten – etwa Erinnerungsorte an Johannes Brahms,, Rudolf Baumbach, den Dichter des populären Liedes „Hoch auf dem gelben Wagen“ , das Theatermuseum mit den authentischen, illusionistisch gemalten Bühnenbildern und das Museum im Schloss. Die Zeit reichte jedoch nicht, um alle zu erkunden. Ein Muss war allerdings der Besuch im benachbarten Bauerbach. Immerhin hatte hier 1782 der Deserteur Friedrich Schiller -ins Register als „Dr. Ritter“ eingetragen – auf seiner Flucht von Stuttgart bei Henriette von Wolzogen Asyl gefunden. Die schlichte Kirche, das ehemalige Gutshaus und heutige Schillermuseum sowie die Gaststätte „Zum braunen Roß“ erinnern an diese Ereignisse, vor allem auch an die Tatsache, dass die Fortsetzung der Reise Schiller nach Rudolstadt führte. Mit Schmalkalden erlebten wir auf der Rückreise eine weitere geschichtsträchtige Stadt. Hier vereinten sich 1531 die Vertreter protestantischer Städte und Regionen zum „Schmal- kaldischen Bund“. Ziel war die Verteidigung gegenüber katholischen Angriffen. Zeitweilig stand die Stadt unter einer Doppelherrschaft – und zwar der Grafen von Henneberg und der Landgrafen von Hessen. Eine prächtig sanierte, vor allem aus Fachwerkhäusern bestehende Altstadt- darüber die stattliche Wilhelmsburg – bot viele Motive für den Fotofreund. Auf der Rückfahrt hielt unser umsichtiger Busfahrer und Mitorganisator, Herr Besser von Besser-Reisen, noch eine Überraschung bereit: Nach dem Besuch bei dem Nougat-Hersteller VIBA mit Kostproben der süßen Genüsse lud er die Reisegruppe bei einer Rast auf dem Inselsberg bei guter Panoramasicht zu einer Tasse Kaffee ein – Gelegenheit, mit einer ersten Ordnung der fast überreichen Eindrücke unserer Reise zu beginnen. W. W

Mittwoch, 28. August 2019

Exkursion nach Weimar
270. Geburtstag von Johann Wolfgang Goethe
Goethe im 21. Jahrhundert

Veranstaltung der Klassik Stiftung Weimar

Mittwoch, 17. April 2019, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Prof. Dr. Jochen Golz, Präsident der Goethe-Gesellschaft in Weimar „Was du ererbt von Deinen Vätern ..., erwirb es, um es zu besitzen.“
Goethe im 21. Jahrhundert

Der Vortragsabend gewann besondere Bedeutung durch den Referenten, den Präsidenten der Goethe-Gesellschaft in Weimar Prof. Dr. Jochen Golz. Er setzte sich mit der immer wieder aufdrängenden Frage nach der Rolle Goethes im Hier und Heute auseinander. „Dass Goethe…,“ so J.G., "auch im 21. Jahrhundert eine wichtige Stimme im geistigen Leben darstellt, wird niemand bestreiten; aktuelle Debatten geben darüber Auskunft.“ Die Frage nach Goethes Aktualität stand im Mittelpunkt des Vortrags, der einige Aspekte in den Vordergrund rückte: Goethes Haltung zur Migration, sein Plädoyer für historisches Denken, für wechselseitiges Verstehen und Achten, sein Denken über die Natur, über Moral und Politik. „All dies mündet in der Modernität seiner Dichtung, von der insbesondere sein ‚West-östlicher Divan’ Zeugnis ablegt.“ Eine Bereicherung der Veranstaltung war auch die Teilnahme des jungen, 1990 geborenen indischen Germanisten, Übersetzers und Sprachlehrers Prashant Kumar Pandey, aus New, Delhi. Er berichtete uns über seinen Zugang zur deutschen Sprache, über sein wissenschaftliches Wirken und bot uns zum Abschluss seine Übertragung von "Willkommen und Abschied" in Hindi, die meistgesprochene Sprache in Indien.

Mittwoch, 15. Mai 2019, 19.00 Uhr, Schillerhaus

Dr. des. Peter Neumann, FSU Jena
„Jena 1800: Die Republik der freien Geister.“ Schlegel, Schelling & Co: Die Geschichte eines philosophischen Aufbruchs
Zu Gast im Vortragsabend der Goethe-Gesellschaft Rudolstadt am Mittwoch, dem 15. Mai, 19.00 Uhr im Schillerhaus wird Dr. des. Peter Neumann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena sein. Unter dem Thema „Schlegel, Schelling & Co: Die Geschichte eines philosophischen Aufbruchs“ stellt er sein 2018 erschienenes Werk „Jena 1800: Die Republik der freien Geister“ vor. „Mit den Ideen der Französischen Revolution“, so der Autor, „geraten nicht nur die politischen Verhältnisse in Europa ins Wanken. Eine ganze Generation von jungen Dichtern und Philosophen beschließt, die Welt neu zu denken. Die führenden Köpfe – darunter die Brüder Schlegel mit ihren Frauen, der Philosoph Schelling und der Dichter Novalis – treffen sich in der thüringischen Universitätsstadt an der Saale, um eine `Republik der freien Geister` zu errichten. Sie stellen nicht nur gesellschaftliche Traditionen in Frage, sie revolutionieren mit ihrem Blick auf das Individuum und die Natur zugleich auch unser Verständnis von Freiheit und Wirklichkeit – bis heute.“ Farbig und leidenschaftlich erzählt Peter Neumann von dieser ungewöhnlichen Denkerkommune, „die nicht weniger vorbereitete als den geistigen Aufbruch in die Moderne“.

Mittwoch, 20. März 2019, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
25 Jahre Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
Aufgaben und Herausforderungen für die Zukunft
Wer mit offenen Augen durch Thüringen reist, wird sich seiner landschaftlichen Schönheit und seines kulturellen Reichtums - von der eindrucksvollen Burgruine bis zum vollständig ausgestatteten Residenzschloss – nicht entziehen können. Erhaltung, Sanierung, Restaurierung und Nutzung der Kulturdenkmäler erfordern hohe Anstrengungen und erhebliche finanzielle Mittel. Diesen Aufgaben stellt sich vor allem die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, eine staatlich geförderte Einrichtung mit Sitz in Rudolstadt. An ihrer Spitze steht - in der Nachfolge von Dr. Helmut-Eberhard Paulus - als Präsidentin Dr. Doris Fischer. 1962 in Bittenfeld, Baden-Württemberg geboren, war sie nach dem Studium der Kunstgeschichte, Archäologie und Romanistik an der Universität Heidelberg in der Denkmalpflege tätig und erklomm die Leiter als Konservatorin bis zur Hauptkonservatorin. Zu den 31 Anlagen in ihrem Verantwortungsbereich gehören die Heidecksburg und die Schwarzburg mit dem Zeughaus. Als erste Erfolge nach ihrer Amtseinführung können die Neugestaltung der Reithalle und der Abschluss der Außenarbeiten am Schallhaus gelten – auf jeden Fall ein Zugewinn an Erlebnismöglichkeiten für die Bürger unserer Stadt und ihre Gäste.

Die Goethe-Gesellschaft im neuen Jahr

Eine erfolgreiche Bilanz konnte die Goethe-Gesellschaft am Ende des Jahres 2018 ziehen: 11 Veranstaltungen – darunter sechs Vorträge, zwei Lesungen, ein literarisches Werkstatt – Gespräch, zwei Exkursionen sowie ein geselliger Abend zum Jahresausklang - sorgten für gute Unterhaltung und kulturelle Bereicherung. Leider traten auch 2018 durch Wegzug, Krankheit und Todesfall Lücken in den Reihen der Mitglieder ein. So musste auch Gertrud Glandt aus gesundheitlichen Gründen als Schatzmeisterin verabschiedet werden. Sie hat sich in dieser Funktion über Jahrzehnte hochverdient gemacht. Als ihre Nachfolgerin wurde Karin Seifert in den Vorstand kooptiert. Trotz dieser Probleme hat sich die Goethe-Gesellschaft für das neue Jahr wieder anspruchsvolle Ziele gesetzt, wie das auf der Jahresversammlung beschlossene Programm ausweist. Schwerpunkte sind Leben und Schaffen Goethes sowie seine Wirkung auf die Vergangenheit und Gegenwart, aber auch seine geistige Umwelt. Zwei Vortragsabende gelten seiner Rolle für das Theater. Dr. Bertold Heizmann (Essen) spricht über die Weimarer Sängerin und Schauspielerin Caroline Jagemann (23. Oktober 2019), Heidemarie Förster-Stahl (Großkochberg) wirft Streiflichter auf Rudolstadts Theatergeschichte. (20. November 2019). Unter den hervorragenden Wissenschaftlern, die als Dozenten gewonnen werden konnten, erfährt sicher Prof. Dr. Jochen Golz, Präsident der Goethe-Gesellschaft in Weimar, besondere Aufmerksamkeit. Er erkundet die Rolle Goethes und seine Aneignung im 21. Jahrhundert. Leitgedanke sind dabei die Verse „Was du ererbt von / Deinen Vätern…, erwirb es, um es zu besitzen.“ (17. April 2019) Dr. Doris Fischer, Direktorin der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, wird in ihrer Analyse „25 Jahre Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten“ Aufgaben und Herausforderungen für die Zukunft darlegen. (29. März 2019) Mit dem Thema „Briefe an Goethe und ihre Beilagen“ befasst sich Dr. Ulrike Bischof vom Goethe-Schiller-Archiv Weimar (20. Februar 2019) „Jena 1800: Die Republik der freien Geister“ – aus dieser Sicht widmet sich Dr.des. Peter Neumann, FSU Jena, dem Thema „Schlegel, Schelling & Co: Die Geschichte eines philosophischen Aufbruchs“.(15. Mai 2019) Einen sicher amüsanten Ausflug in die erotische Literatur des 18. Jahrhunderts verspricht Prof. Dr.Uwe Hentschel, Berlin/ Chemnitz, mit seinem Vortrag „Die Utopie der vernünftigen Lust“. (18. September 2019) Auch eine Exkursion wird es in diesem Jahr geben. Sie führt auf Goethes und Schillers Spuren nach Meiningen, Bauerbach und Umgebung.( 02. bis 05. Juni 2019) Goethes 270. Geburtstag soll am 28. August 2019 gemeinsam mit der Klassik Stiftung Weimar gefeiert werden. Ein geselliger Jahresausklang wird in bewährter Weise die Aktivitäten der Rudolstädter Ortsvereinigung 2019 beschließen. Interessierte Gäste sind zu allen Vortragsveranstaltungen herzlich eingeladen.

Mittwoch, 20. Februar 2019,16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Ulrike Bischof, Goethe-Schiller-Archiv Weimar
„Euer Excellenz übersende ich anliegend..."
Briefe an Goethe und ihre Beilagen

Wer in unseren Tagen einem anderen Menschen etwas mitteilen will, nutzt dazu oft solche digitalen Kommunikationsmittel wie E-Mail, Facebook, Whatsapp oder Instagram. Anders in vordigitalen Zeiten: Da griff man zu Feder und Tinte, um seine Gedanken in Briefen niederzuschreiben. Goethe empfing beinahe täglich Briefe, von denen rund 20000 von über 3500 Absendern überliefert sind. Diese Sendungen widerspiegeln die verschiedenen Interessengebiete des Dichters. Zusammen mit „allerlei Mitgeschicktem“ - Beilagen wie Büchern, Kunstgegenständen, Münzen und Kuriositäten - geben sie einen Einblick in Goethes Korrespondenz, seine Arbeitsweise und seine Sammlungen. Ulrike Bischof besitzt für dieses Thema eine besondere Kompetenz. Sie ist Historikerin und Archivarin und seit 1987 an der Edition der „Briefe an Goethe“ tätig. Als Geschäftsführerin der Freundesgesellschaft des Archivs ist sie u. a. Mitverantwortliche für dessen Öffentlichkeitsarbeit. Mit großem Erfolg betreute sie die Ausstellung „Allerlei Mitgeschicktes. Briefe an Goethe und ihre Beilagen“, die 2018 im Goethe-und-Schiller-Archiv zu sehen war.

Mit Elan ins neue Jahr!

Mittwoch, 16. Januar 2019,16.00 Uhr,
Stadtbibliothek
Jahresversammlungder Goethe-Gesellschaft Rudolstadt e.V.
Anschließend: Dr. Christoph Michels
"Mit Goethe in Krakau und Schlesien"
Video-Erinnerungen an die Exkursion der Goethe-Gesellschaft 2010

Montag, 3. Dezember 2018, 16.00 Uhr, im Alten Rathaus

Geselliger Jahresausklang

„Aufrichtig zu sein,
kann ich versprechen,
unparteiisch zu sein,
aber nicht.

Mittwoch, 17. Oktober 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Claudia Taszus, Jena
„Wem wohl das schönste Glück des Lebens beut? Wer freudig tut, sich des Getanen freut!“

Dieser kostbare Spruch von Goethe, den ich oft Autographen-Sammlern als Antwort gegeben habe, und der viel mehr ethischen Wert hat als viele Bibelsprüche, blieb zeitlebens mein Leibstern; er wurde mir schon in frühester Jugend tief eingeprägt:“ (Ernst Haeckel, Autobiographie „Lebenswege“, um 1910,) Johann Wolfgang von Goethe wirkte sich auf Haeckels persönliches Leben genauso maßgeblich wie auf Haeckels wissenschaftliche Arbeit aus. Der Jenaer Zoologe, der die Abstammungslehre Darwins konsequent vervollkommnete und sie der nationalen wie internationalen Gelehrtenwelt und breiten Öffentlichkeit in flammenden Bekenntnissen und forschungsmäßigen Demonstrationen nahebrachte, verdankte Goethe einen Großteil seines wissenschaftlichen Erfolges. Dessen Naturphilosophie schaffte eine der Grundlagen für Haeckel, die Evolutionstheorie zu begreifen. In Goethe erkannte Haeckel einen ihrer Begründer. Im Fokus des Vortrages stehen Haeckels Lebensweg unter dem Geleit Goethes und die Spuren, die die führende Stellung, welche Goethe in Haeckels Biographie vor allen Vorbildern einnahm, hinterlassen hat. Die Referentin arbeitete - nach ihrem Studium der Anglistik und Germanistik in Jena und dem Abschluss als Diplomlehrer - an mehreren bedeutenden wissenschaftlichen Projekten mit, darunter der Herder-Briefausgabe und dem Schiller-Wörterbuch sowie über den Verleger Lorenz Oken und der von ihm herausgegebenen naturwissenschaftlichen Zeitschrift Isis. Seit 2012/13 steht im Fokus ihres Wirkens die Mitarbeit an der Herausgabe von Haeckels Briefen.

Newsletter der Goethe-Gesellschaft Weimar

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Mittwoch, 19. September 2018, 15.00 Uhr, Staatsarchiv Heidecksburg

Frank Esche, Rudolstadt „950 Jahre verwahrte Geschichte“ Amüsante, erotische, kuriose und gruselige Ereignisse aus Thüringen „Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen. “ 

Sonnabend, 1. September 2018

Fürstliche Erlebniswelten Schloss Schwarzburg

Anlässlich des 269. Geburtstags von J. W. Goethe weilten seine Jünger der Rudolstädter Gesellschaft auf Schloss Schwarzburg. Eine interessante Führung durch das instandgesetzte Zeughaus, erreichbar über das wiedererrichtete Torhaus, bot umfassende Einblicke in die Waffengeschichte bis ins 16. Jahrhundert. Nun kennen wir auch die Wafffen aus der Goethezeit ;-) Im Anschluss trafen sich die Mitglieder zu einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen.

Auf Exkursion in die Kulturlandschaften Wörlitz – Wittenberg – Dessau

In diesem Jahr unternahmen die Mitglieder der Goethe-Gesellschaft Rudolstadt, verstärkt durch einige Gäste, eine Drei-Tage-Exkursion in das Gartenreich Dessau – Wörlitz, eine in Mitteleuropa einzigartige Kulturlandschaft. Übernachtungsort war Wörlitz mit seiner Schlossanlage am gleichnamigen See. Angeregt durch Reisen nach England – das besagt die Geschichte – begann Fürst Franz von Anhalt-Dessau (1740 bis 1817) gemeinsam mit dem Architekten Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf mit der Gestaltung des ersten Landschaftsparks auf dem europäischen Festland. Mit seiner „Landverschönerung“ wollte der Fürst auf kleinstem Raum seinen Musterstaat der Aufklärung schaffen. Führungen durch das Schloss und den Park sowie eine Bootsfahrt durch die Kanäle vermittelten eindrucksvoll die authentische, für ihre Zeit wegweisende Ausstattung des vom barocken zum ersten klassizistischen Schloss umgebauten Hauses. Gleichzeitig erweiterten sie den Blick auf die Schönheiten der Umgebung mit ihren Baumgruppen, Wiesen, Wasserflächen, Sichtschneisen und einzelnen architektonischen Denkmalen. Auch Goethe war von dieser Landschaft sehr beeindruckt. In einem Brief an Charlotte von Stein schrieb er 1778: „ Hier ist`s jetzt unendlich schön. Mich hat`s gestern Abend sehr gerührt, wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben, einen Traum um sich herum zu schaffen.“ Das nahe Wittenberg erwies sich ein Jahr nach dem Luther-Jubiläum als hervorragend geeignet zur Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit des Reformators, seinem Kampfgeist und seiner Sprachgewalt, ohne seine Schattenseiten – etwa seinen Antisemitismus – auszulassen. Besonderes Interesse fanden die berühmten „95 Thesen zum Ablassmissbrauch“ und die Rolle seiner Frau Katharina von Bora, deren Denkmal im Hofe des ehemaligen Schwarzen Klosters und heutigen Lutherhauses die Erinnerung an Leben und Wirken Luthers an dieser Stätte von 1511 bis zu seinem Tode wach hält. Natürlich klang auch die spannungsvolle Beziehung Goethes zu Religion und Kirche an, wie sie in vielen seiner Werke erkennbar ist. Den Sprung von der Vergangenheit zur Gegenwart unternahm die Reisegruppe am dritten Tag mit einem Besuch Dessaus. Diese Stadt bereitet sich neben Weimar und Berlin besonders auf ein Ereignis vor, welches das kommende Jahr wesentlich prägen wird – das 100jährige Bestehen des Bauhauses. Ursprünglich 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet, sollte es eine neuartige Hochschule in der Verbindung von Handwerk, Kunst und Technik werden. Die Arbeit des Bauhauses wurde jedoch in Weimar zunehmend erschwert und letztlich unmöglich gemacht. Daher siedelte das Bauhaus 1925 nach Dessau um, damit solche Künstler wie Walter Gropius, Oskar Schlemmer, Paul Klee und Lyonel Feininger ihre Ideen von der Umgestaltung der gesamten Lebenswelt des Menschen umsetzen konnten. Zeugnisse dieses Wirkens sind in Dessau zahlreich, so das nach schweren Kriegszerstörungen wiedererstandene Hochschulgebäude mit Bühne, anschließender Mensa, Ateliergebäude und Internatstrakt sowie die Gruppe der fünf Meisterhäuser, in denen die bedeutendsten Künstler gewohnt hatten. Wesentliche Seiten der neuen Bauweise wie Schlichtheit, Klarheit und Funktionalität waren erkennbar; von der ursprünglichen Einrichtung ist leider kaum noch etwas erhalten. Als noch überaus aktuell kann die Forderung des Architekten Carl Fieger aus dem Jahre 1924 gelten: „Es gilt heute das Haus zu erfinden, mit allen modernen, technischen Errungenschaften, das so billig sei muss, dass es für den Großteil der Wohnbedürftigen erschwinglich ist“. Den Abschluss der drei erlebnisreichen Tage bildete die Einkehr im „Kornhaus“, einer weitgehend im Originalzustand erhaltenen Ausfluggaststätte mit einem herrlichen Ausblick auf die Elbniederung. W.W. Fotos: Otto/Werner

Mittwoch, 16. Mai 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Heike Spies, Goethe-Museum Düsseldorf
Bibel, Sprache, Wahrhaftigkeit.
Goethe und Luther
Ohne Zweifel gehören Martin Luther und Johann Wolfgang Goethe zu den großen Persönlichkeiten der Weltkultur. Charakter und Lebenswerk Martin Luthers, insbesondere seine Bibelübersetzung, haben den Protestanten und Dichter Goethe lebenslang begleitet. Der bibelfeste Jurastudent schätzte die Klarheit des lutherischen Ausdrucks, gerade in der Jugend die deftig-derbe Sprache des Theologen. Er achtete die kämpferische Haltung des Reformators und verwendete als Dichter eine wesentlich von Luther bereitgestellte Sprache und Rhetorik. Davon zeugen viele Formulierungen und inhaltliche Anklänge in seinem literarischen Schaffen vom Jugenddrama „Götz von Berlichingen“ bis zum von ihm als sein „Hauptwerk“ bezeichneten „Faust“ II. Der Vortrag widmet sich der vielfältigen Bedeutung Luthers für Goethes Denken und die theologisch-literarische Auseinandersetzung im eigenen Werk. Die Referentin, Dr. Heike Spies, geboren in Düsseldorf, promovierte nach dem Studium in den Fächern Germanistik und Geographie über das Briefwerk Annette von Droste-Hülshoffs. Seit 1991 am Goethe-Museum Düsseldorf tätig, übernahm sie dort 1996 das Amt als Kustodin und stellvertretende Leiterin. Durch zahlreiche Vorträge auf nationaler und internationaler Ebene sowie Veröffentlichung von Aufsätzen und Publikationen machte sie auf sich aufmerksam. Heike Spies ist Gründungs – und Vorstandsmitglied der 2009 in Düsseldorf gegründeten Thomas-Mann-Gesellschaft.

Donnerstag, 21. Juni 2018, 19.00 - 21:00 Uhr, Schiller-Haus

J. W. Goethe: Novelle - eine „Löwen und Tiger-Geschichte“
Lesung: Timo Gutekunst, Violoncello: Cornelie Mier
„Zum Tun gehört Talent, zum Wohltun Vermögen.“ 

Mittwoch, 21. November 2018, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Daniela Danz,
Rudolstadt „Von Bienen und Helden“
Werkstattgespräch mit der Autorin, Wissenschaftlerin, Museumsleiterin

Mittwoch, 17. Januar 2018, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Jahreshauptversammlung
Anschließend: Rückblick auf Exkursionen der Goethe-Gesellschaft, vorgestellt von Herrn Dr. Michels

Foto: Dr. Christoph Michels
Mittwoch, 11. April 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Annette Seemann, Weimar
Christiane Vulpius, verheiratete Goethe - Dichtung und Wahrheit
Im Sommer 1788 begegnete der bereits damals weltweit berühmte Dichter und Minister Goethe der 17 Jahre jüngeren Christiane Vulpius, die in einer Werkstatt für die Herstellung von Papierblumen spärlichen Lohn empfing. Diese Begegnung führte zu einer bis zu ihrem Lebensende währenden und sich ständig vertiefenden Beziehung. Wie tief ihn ihr Tod erschütterte, zeigt seine letzte Liebeserklärung, geschrieben für ihren Grabstein: „Du versuchst, o Sonne , vergebens, Durch die düstren Wolken zu scheinen! Der ganze Gewinn meines Lebens Ist, ihren Verlust zu beweinen.“ Die gebildeten, vor allem aber eingebildeten Damen am Weimarer Hof empfanden diese „Liaison“ allerdings als unstandesgemäß, als Mesalliance, und beschimpften die junge Frau als „Goethes Bettschatz“ oder gar als Hure. Über die wahre Natur Christianes halten sich bis heute Gerüchte, falsche Behauptungen und „bewusste Verrätselungen“ (A.S.). In Wort und Bild wird Dr. Annette Seeman die Auseinandersetzung mit diesen Problemen führen und die Beziehung von Christiane von Goethe, geb. Vulpius, zu Johann Wolfgang von Goethe aufklären. Die Weimarer Literaturwissenschaftlerin ist vor allem durch ihre Übersetzertätigkeit, die zahlreichen Beiträge zur Kulturgeschichte Weimars und ihr Wirken als Vorsitzende des Freundeskreises „Gesellschaft Anna –Amalia-Bibliothek“ bekannt geworden.

Mittwoch, 21. Februar 2018, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Matthias Biskupek, Rudolstadt
Der Rentnerlehrling
Eine Lesung und eine E-Mail an Goethe

Im Jahr 2004 wurde die deutsche Sprach-Welt von der Rechtschreibreform bewegt. Deshalb schrieb Matthias Biskupek damals ganz zeitgemäß eine Mail an Johann Wolfgang Goethe: „Eure Ausgabe Letzter Hand haben wir bis dato stets von einem allerletzten Händchen redigieren lassen, damit den Normen der gültigen deutschen Rechtschreibung entsprochen wurde, denn ein Tor, aber kein Donnergott Thor ist, wer heute Thür und Thor schreibt.“ Bei der ganz neuen deutschen Reform aber tun sich Probleme auf, von denen Goethe nichts ahnen konnte. Darüber und überhaupt über das Leben – nicht selten das eigene – hat Matthias Biskupek seine „66 Lebensgeschichten“ verfasst, von denen er einige aus seinem Buch „Der Rentnerlehrling“ für die Goethegesellschaft zum Besten gibt. "

Mittwoch, 21. März 2018, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek

Peter Meuer, Hannover
Enttäuschte Liebe und rettende Poesie
Die „Marienbader Elegie“ in der Autographen-Sammlung „Wer nicht mehr liebt und nicht mehr irrt, der lasse sich begraben.
Dem Zusammentreffen des lebenserfahren-gealterten Johann Wolfgang von Goethe mit der weltoffen-jungen Ulrike von Levetzow im Kurbetrieb von Marienbad verdankt die deutsche Literatur ein so ergreifend schönes wie rätselhaftes Gedicht mit dem schlichen Titel „Elegie“.
Drei handschriftliche Fassungen sind im vergangenen Jahr von Peter Meuer vorgestellt worden. Sie dokumentieren anschaulich das Entstehen eines großen Gefühls und einer großen Dichtung, in der offenbarte Fassungslosigkeit in große poetische Form gefasst wird. Der
Autor zeichnet nach, wie tiefe menschliche Verunsicherung – in einer Art Selbsttherapie – mit Poesie, einem Heilungsprozess vergleichbar, zu neuer Lebens- und Schaffenskraft verhilft.
Peter Meuer war Buchhändler und arbeitete über 30 Jahre als Lehrer an einem hannoverschen Gymnasium. Von 1995 bis 2016 leitete er die Ortsvereinigung der Goethe-Gesellschaft Hannover.

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