Goethe-Gesellschaft Rudolstadt

Goethe-Ges. Rud.

Mittwoch, 15. Mai 2024, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek
Dr. Helmut Hühn, Leiter von Schillers Gartenhaus Jena
"Denn er war unser!" - Goethes "Epilog zu Schillers Glocke"

"Der Vortrag von Helmut Hühn untersucht die poetische Trauerarbeit, die Johann Wolfgang von Goethe nach Friedrich Schillers Tod im Mai 1805 unternimmt: Während zunächst die Versuche scheitern, Schillers „Demetrius" zu vollenden oder ein Oratorium mit dem Titel „Schillers Todtenfeyer" zu verfertigen, setzt Goethe dem Freund mit seinem „Epilog zu Schillers Glocke" ein poetisches Denkmal. Goethes „Epilog" ist eines der schönsten Stanzengedichte in deutscher Sprache.   Dr. Helmut Hühn studierte in Marburg und Berlin Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte, promovierte 1996 und leitet seit vielen Jahren Schillers Gartenhaus, das Goethe-Laboratorium sowie – gemeinsam mit Prof. Johannes Grave – die Forschungsstelle Europäische Romantik der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Mittwoch, 17. April 2024, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek
Dr. Barbara Heuchel und Edith Baars, Goethe-Gesellschaft Sondershausen
Die unbekannten Verwandten Goethes
Genealogische Forschungen zur Familie Göthe in Nordthüringen
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Dr. Barbara Heuchel, Vorsitzende der Goethe-Gesellschaft Sondershausen (im Foto links), und Edith Baars (im Foto rechts) haben 2022 genealogische Forschungen zur Familie Göthe in Nordthüringen unter dem Thema "Die unbekannten Verwandten. Was Kirchenbücher verraten" vorgelegt: In ihrer mehrmonatigen Forschungsarbeit haben sie 1600 Personen aufgespürt. Ausgedruckt auf einer Rolle misst das Forschungsergebnis ca. 8 Meter (siehe Foto). Ein Großteil der Vorfahren "Göthe" stammt aus dem kleinen Dorf Berka bei Sondershausen, beginnend beim Urururgroßvater Hans d. J. (geb. 1603 in Berka, gest. 1686 in Artern). Die Referentinnen werden in ihrem Vortrag per Ahnen-Rolle und Video-Präsentation die spannende Forschungsgeschichte und deren Ergebnisse präsentieren.

Mittwoch, 20. März 2024, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Prof. Dr. Jutta Linder, Messina "Noch nie bin ich so unentschieden gewesen."

Zeichnung Goethes
Zu Goethes Reise nach Sizilien
Bis nur wenige Tage vor seiner Einschiffung nach Palermo am 29. März 1787 ist Goethe im Zweifel darüber gewesen, ob er überhaupt nach Sizilien fahren sollte. Wie sich diese Zweifel dann auf die Reise selbst ausgewirkt haben mag, bzw. unter welchen Prämissen sie angetreten wurde, das zu erhellen, hat sich der Vortrag zur Aufgabe gemacht. Zur Diskussion bringt Professor Linder dabei im Einzelnen auch konsolidierte Auffassungen der einschlägigen Forschung, wie zum Beispiel die weitverbreitete Meinung von einer Ästhetisierung Siziliens in Goethes Darstellung der Italienischen Reise. Professor Dr. Jutta Linder hat ihre berufliche Laufbahn an der Universität Bonn begonnen und lehrte bis zu ihrer Pensionierung im Oktober 2022 als Ordinaria für Deutsche Literatur an der Universität Messina. Ihre Forschungsinteressen betreffen die Literatur der Goethezeit, der Biedermeierepoche sowie der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, speziell dabei Autoren wie Goethe, Schiller, Droste-Hülshoff, Thomas Mann und Kafka. Veröffentlicht hat Jutta Linder – neben Übersetzungen und zahlreichen Aufsätzen – die Monographien: Schillers Dramen. Bauprinzip und Wirkungsstrategie (1989); Goethe und das Weimarer Hoftheater (1990); Der Staatsdiener Goethe und der Dichter (2001).

Mittwoch, 21, Februar 2024, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek
Heidemarie Förster-Stahl, Großkochberg
„Das Glück sucht dich und gibt dir, was meine Eltern erfreuet...“
Goethe-Liebling Fritz von Stein
Gottlob Friedrich (Fritz) Konstantin Freiherr von Stein, geboren 1772 in Weimar, gestorben 1844 in Breslau, war Sohn des Sachsen-Weimarischen Oberstallmeisters Friedrich von Stein und Charlotte von Stein. Gern wird Goethe als Erzieher von Fritz bezeichnet. Davon gibt es Schattenrisse und auch Zeichnungen, selbst von Goethe, denn seit Mai 1783 wohnte Fritz von Stein vorübergehend bei Goethes, auch begleitete er ihn auf mehreren Reisen. Heidemarie Förster-Stahl wird den Vortrag ausrichten an dem Unheil, das allzu großes Lob und übertriebene Erwartungen in einem jungen Gemüt anrichten können; Eltern und der ganze Weimarer Hof, voran Goethe, weckten bei dem jungen Fritz eine hohe Meinung über die eigene Person. Das führte ihn schließlich nach Fehlentscheidungen auf einen problematischen Lebensweg.

Donnerstag, 07.Dezember 2023, 15.00 Uhr, im Alten Rathaus / Historische Bibliothek

Liebe Mitglieder der Goethe-Gesellschaft Rudolstadt, gern erinnern wir hiermit an unsere Einladung zu unserem "Geselligen Jahresausklang" am Donnerstag, 07.Dezember 2023, 15.00 Uhr, im Alten Rathaus / Historische Bibliothek. Wir laden zu einer von Mitgliedern gestalteten Kaffee- bzw. Teetafel, zuvor erfreuen uns Schüler der Musikschule Rudolstadt mit (vor)weihnachtlicher Musik. Gern dürfen auch Sie anschließend einen kleinen literarischen oder musikalischen Beitrag beisteuern. Wir freuen uns, Ihnen an diesem Nachmittag unser "Jahresprogramm 2024" überreichen zu können. Anschließend kann bis 20 Uhr auf "Schillers Weihnachtsmarkt" gebummelt werden.
................................................................ Unsere nächste Veranstaltung ist am Mittwoch, 17. Januar 2024, 16.00 Uhr in der Stadtbibliothek: Bürgermeister Jörg Reichl spricht zu "Kulturvorhaben in und um Rudolstadt" anschließend Jahresversammlung und Vorstandswahl der Goethe-Gesellschaft e.V. (lt. Statut)

Mittwoch, 15. November 2023, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Neuigkeiten zum Naturalienkabinett der Heidecksburg Sabrina Lüderitz, Direktorin des Thüringer Landesmuseums Heidecksburg
Vom Naturalienkabinett zum Naturhistorischen Museum.
Eine Facette der schwarzburg-rudolstädtischen Residenzkultur.
In einer Zeit, in der sich der Forscher- und Entdeckerdrang der aufblühenden Wissenschaften in den zahlreichen Kunst- und Wunderkammern spiegelte, erschuf das Naturinteresse des Prinzen und späteren Fürsten Friedrich Karl von Schwarzburg-Rudolstadt 1757 ein beachtliches Naturalienkabinett, welches bis heute als Naturhistorisches Museum im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg fortbesteht und sich stetig weiterentwickelt. Mit Fördergeldern des Bundesministeriums für Kultur und Medien kann das dreijährige Projekt »HEidigital« (2023 – 2025) umgesetzt werden, in welchem die Sammlungen des Naturhistorischen Museums auf der Heidecksburg im Mittelpunkt stehen. Gute 10.000 Objekte aus der geologischen Sammlung sowie 11.000 Herbarblätter aus der botanischen Sammlung und die ca. 800 Objekte umfassende Korallensammlung aus dem Bereich Zoologie werden bearbeitet und digitalisiert. Die Arbeiten an und mit den Objekten sind Voraussetzung für die Umlagerung der Sammlungen in ein neues Außendepot und die Neukonzeption einer Dauerausstellung. Das älteste Naturalienkabinett Thüringens macht sich auf den Weg in die Digitalisierung, jedoch soll dabei das reale Objekt nicht in den Hintergrund treten, sondern zukünftig Besucher und Wissenschaftler gleichermaßen in einer neuen Dauerausstellung begeistern. Sabrina Lüderitz, Direktorin des Landesmuseums Heidecksburg, führt in die Geschichte des Naturalienkabinettes ein und zeigt Wege und Visionen einer Weiterentwicklung auf. Die Goethe-Gesellschaft Rudolstadt lädt dazu ihre Mitglieder und Gäste herzlich ein.

Mittwoch, 18. Oktober 2023, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Richard Dollinger, Gera
„Glück ist eine Episode, das Leben ist leiddurchsäuert“
Sigmund Freud – Das Unbehagen in der Kultur


Sigmund Freud konfrontiert uns mit einer steilen These: „Das Glücksversprechen der Kultur ist zweifelhaft.“ In seiner Schrift „Vom Unbehagen in der Kultur“ kommt er zu dem Ergebnis: „Was man im strengsten Sinne Glück heißt, entspringt eher plötzlicher Befriedigung hoch aufgestauter Bedürfnisse und ist seiner Natur nach nur als episodische Phänomen möglich. … Das Leben selbst ist leiddurchsäuert.“ Freud konfrontiert uns mit einer Botschaft, die im scharfen Widerspruch zum täglichen Glücksversprechen und zum Diktum vom „Positiven Denken“ steht. Freuds Fazit: „Heute kann kein einzelner Mensch mehr dem Druck der gesellschaftlichen Verhältnisse widerstehen. Sie fegen über ihn hinweg und vernichten ihn. Sie lassen ihn gesichtslos, namenlos, lediglich als ihr Instrument zurück.“... „Daß der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht vorgesehen.“ Richard Dollinger ist bekannt durch zahlreiche öffentliche Vorträge, u.a. zu Freud, Brecht, Eisler, die vor allem psychologische Themen beinhalten.

Mittwoch, 20. September 2023, 18.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Mark Lehmstedt, Leipzig
Der Mittelpunkt der Bücherwelt:
Die Buchstadt Leipzig im 18. Jahrhundert
Als Goethe 1765 zum Studium nach Leipzig kam, war es nicht nur die modernste Stadt Deutschlands - mit nächtlicher Straßenbeleuchtung, ausgebauter Kanalisation und ausgebautem ÖPNV (in Gestalt von Sänftenträgern) -, sondern er kam zugleich ins Zentrum des deutschen Verlagswesens und Buchhandels. Der Buchhistoriker und Verleger Mark Lehmstedt gibt einen Überblick über die Leipziger Verlagslandschaft der Goethe-Zeit und spricht über den von Leipzig ausgehenden fundamentalen Wandel des Buchhandels auf dem Weg zur modernen Literaturversorgung. Der Lehmstedt-Verlag Leipzig ist u.a. der Herausgeber bedeutender Publizistik, kulturgeschichtlicher Abhandlungen, von Fotobüchern und auch zahlreicher Stadtführer, so auch des beliebten Stadtführers „Rudolstadt an einem Tag“. Die Goethe-Gesellschaft Rudolstadt lädt dazu ihre Mitglieder und Gäste herzlich ein.

Gästegebühr: 4 €

Sonnabend, 26. August 2023, 14.30 Uhr, Fröbel-Museum Bad Blankenburg

Isabel Schamberger, Museumsleiterin
„Kommt, lasst uns unsern Kindern leben!“
Die Bildung im Spiel nach Friedrich Fröbel


  16.00 Uhr: Feier zum 274. Geburtstag von J. W. Goethe, „Café Allianzhaus“

Mittwoch, 14. Juni 2023, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek
Claudia Häfner, Goethe-Schiller-Archiv Weimar
"Ein Wesen voller Geist und Wunder"

Die Schriftstellerin und Künstlerin Adele Schopenhauer (1797-1849)
Viel zu oft wurde sie bloß als Schwester des Philosophen Arthur oder Tochter der Salonière Johanna wahrgenommen. Aber Adele Schopenhauer hat ein eigenes künstlerisches und schriftstellerisches Werk erschaffen, das es sich bis heute zu entdecken lohnt. In ihren Gemälden und Scherenschnitten, Kupferstichen und Büchern wird die Rezeption der Klassik und die Hinwendung zur Romantik fassbar. Maßgeblichen Einfluss auf Adele Schopenhauers ästhetisch-intellektuelle Bildung hatte der „gütige Vater“ Goethe. Durch die Hochzeit ihrer Freundin Ottilie von Pogwisch mit Goethes Sohn August im Juni 1817 erhielt Adele Schopenhauer fast täglich Zugang zum Haus am Frauenplan und diskutierte hier mit dem Dichter über Literatur, Theater und Kunst. Der Vortrag gilt den Goethe’schen Bezugspunkten in Adele Schopenhauers künstlerischem und schriftstellerischem Nachlass. Claudia Häfner ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Goethe- und Schiller-Archiv Weimar, dort erschließt sie die Briefe an Goethe. Zusammen mit Dr. Francesca Müller-Fabbri kuratierte sie die erste Ausstellung zu Adele Schopenhauer und verfasste ein Begleitbuch (2019).

Mittwoch, 17. Mai 2023, 19.00 Uhr, Stadtbibliothek
Dr. Heidi Ritter, Halle (Saale)
Es war einmal...
Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (1819)
Seit vor gut 200 Jahren die zweite Auflage der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm erschienen ist, haben Generationen von Kindern diese Märchen von Eltern und Großeltern erzählt bekommen, dann selbst gelesen oder auch gespielt. Bis in unsere Gegenwart kennt wirklich jeder, ob alt oder jung, die Geschichten von Rotkäppchen, Schneewittchen, Dornröschen und vielen anderen Figuren aus der Sammlung. Selbst in den modernen Medien begegnen sie uns: in Hörbüchern, Filmen u. a. Verbunden sind die Kinder- und Hausmärchen mit den Namen von Jakob und Wilhelm Grimm.
Wer waren diese Brüder, welche Rolle haben sie für die Entstehung der Märchensammlung gespielt? Haben sie die Märchen erfunden? Der Vortrag will diesen und anderen Fragen nachgehen, begleitet von vielen Bildern, Dr. Heidi Ritter ist 2. Vorsitzende der Goethe-Gesellschaft Halle e.V. Sie hat an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Germanistik studiert und promovierte zum dramatischen Werk von Peter Hacks. Forschungsschwerpunkte waren auch die Dramen und das Theater im 18. Jahrhundert und Frauenbilder in der deutschen Literatur um 1800.

Mittwoch, 19. April 2023, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Barbara Heuchel, Edith Baars, Sondershausen
Die unbekannten Verwandten Goethes
Genealogische Forschungen zur Familie Göthe in Nordthüringen
Die Erforschung der Familiengeschichte – auch Genealogie genannt – steht im Mittelpunkt des Vortrags von Dr. Barbara Heuchel (Vorsitzende der Goethe-Gesellschaft Sondershausen) und Edith Baars. Beide haben in ihrer mehrmonatigen Forschungsarbeit 1600 Personen aufgespürt, die zum erweiterten Kreis der Verwandten von Johann Wolfgang Goethe gehören. Die Ergebnisse ihrer Recherche in Kirchenbüchern aus Nordthüringen haben sie auf einer Rolle zusammengefasst, die eine Länge von etwa acht Metern aufweist (siehe Foto). Ein Großteil der Vorfahren "Göthe" stammt aus dem kleinen Dorf Berka bei Sondershausen, beginnend beim Urururgroßvater Hans der Jüngere (geb. 1603 in Berka, gest. 1686 in Artern).

Mittwoch, 15. März 2023, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

PD Dr. Michael Jaeger, Berlin
"Wir wollen alle Tage sparen und brauchen alle Tage mehr" ("Faust")
Feuermaschinen: Goethe und Marx
Bei einem Besuch des Bergwerks von Tarnowitz skizziert Goethe im Herbst 1790 in seinem Notizbuch eine „Feuermaschine“, eine jener Dampfmaschinen also, die, von England herkommend, erstmals auf dem europäischen Kontinent dem Produktionsprozess ganz neue Energien zuführen. Über vierzig Jahre später, wenige Wochen vor seinem Tod, notiert Goethe dann im Februar 1832 in seine Tagebuch: „Die Eisenbahn von Liverpool nach Manchester, ein interessantes Heft, durchzugehen angefangen.“ Zwischen den beiden Notaten Goethes gewinnt jene Entwicklung ihr epochemachendes Potential, die später Karl Marx und Friedrich Engels in den berühmten Worten des Kommunistischen Manifests resümieren: „Da revolutionierte der Dampf und die Maschinerie die industrielle Produktion.“ Der Vortrag gilt Goethes kritischer Wahrnehmung des beginnenden Maschinenzeitalters und – mit einem vergleichenden Blick auf Marx – Goethes Analyse der gesellschaftlichen Folgen der industriellen Revolution. Michael Jaeger ist Privatdozent für Deutsche Philologie an der Freien Universität Berlin und als Gastprofessor an deutschen und internationalen Universitäten tätig. Die moderne Ideengeschichte sowie das Thema „Goethe und die Moderne“ stehen im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit. Er hat zahlreiche Goethe- und Fauststudien verfasst, darunter die beiden großen Monographien Fausts Kolonie (2004) und Wanderers Verstummen (2014) sowie die beiden Essays Global Player Faust (2008) und Salto Mortale. Goethes Flucht nach Italien (2018). Zuletzt erschien der Band Goethes „Faust“. Das Drama der Moderne (2021).

Mittwoch, 22. Februar 2023, 16.00 Uhr, Stadtbibliothek

Dr. Francesca Müller-Fabbri, Weimar
Mut zum Chaos: Ottilie von Goethe „Alle Strahlen meines Verstandes gehen von meinem Herzen aus.“
Ottilie von Goethe (1796-1872) – oft nur als "Goethes Schwiegertochter wahrgenommen" – war eine geistvolle und weltoffene Frau, die immer wieder die konventionellen Grenzen ihrer Zeit überschritt. Eine zielgerechte Recherche in ihrem Nachlass im Goethe- und Schiller-Archiv hat ihr bislang kaum intellektuelles Lebenswerk ans Licht gebracht: ihre facettenreiche Dichtungen, ihre Tätigkeiten als Übersetzerin und Redakteurin des von ihr gegründeten Journals „Chaos“, und besonders ihre Vermittlerfunktion innerhalb eines englisch-deutschen Kulturtransfers sowie ihre Unterstützung einer neuen Generation von Autoren in Weimar, Leipzig und Wien. Beachtlich waren zu ihrer Zeit auch ihre Privatbibliothek und ihre Kunstsammlung. Deren Rekonstruktion durch neue Funde im dem Goethe- und Schiller-Archiv ist jetzt möglich.
Dr. Francesca Müller-Fabbri studierte Romanistik sowie Kunstgeschichte in Genua und promovierte über barocke Skulptur. Sie befasste sich auch mit den Kunstschriften Adele Schopenhauers. Sie lebt und arbeitet in Weimar, unter anderem freiberuflich für die Klassik-Stiftung Weimar und die Friedrich-Schiller-Universität in Jena.

Mittwoch, 18. Januar 2023, 16:00, Stadtbibliothek

Änderung:   ( Vortrag von Jörg Reichl entfällt )
Jahresversammlung der Goethe-Gesellschaft Rudolstadt e.V.
Dr. Christoph Michels: Die Goethe-Gesellschaft in Böhmen (Videopräsentation)

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